Baustelle Melanchthon

war das Geleitwort zum Gemeindebrief für Dezember 2011 und Januar 2012 überschrieben. Auf dieser Baustelle hat sich Einiges getan – zum Teil im wahrsten Sinne des Wortes. Die Situation des Umbaus und der Renovierung des Pastorats ist auf einem guten Weg – dank derer, die eine Menge ihrer (Frei-)Zeit in das Voranbringen der Entwicklungs-und Entscheidungsprozesse investieren. Wir sind guten Mutes, dass das Haus trotz der erheblichen Maßnahmen spätestens Ende Mai bezugsfertig ist.

Auch manche anderen Punkte der „Baustelle" zeigen sichtbare Konturen: Pastor Heiko Jahn beginnt seinen Dienst am 1. Mai – das ist ja traditionell auch der Tag der Arbeit... Eine weitere Baustelle ist dieser Gemeindebrief. Wir brauchen Ihre Rückmeldungen darüber, wie Ihnen die neue Gestaltung gefällt – der Brief ist schließlich für Sie bestimmt; Sie sollen Freude am Lesen haben.

Jede Baustelle ist ja auch immer ein Zeichen des Wandels. Etwas verschwindet, Anderes, Neues kommt. Wunden werden zu Narben, Narben zu Geschichte. Wie gehen wir damit um, dass Wandel geschieht? Manche bauen Mauern, um das Vergehende und das Vergangene möglichst lange zu konservieren. Andere setzen Segel. Sie spüren frischen Wind und sind neugierig auf neue Ufer und neue

Erlebnisse. Beides ist ganz natürlich in Prozessen des Wandels und befruchtet das Gespräch in der Gemeinde.

Der Monatsspruch für den April, der auf der Titelseite abgedruckt ist, kann uns da eine Richtschnur sein. Denn darum geht es ja letztlich allen, denen die „mauern" und denen, die „segeln": Um die Frage, wie das denn zu machen ist, das Evangelium heute sichtbar zu machen – in Worten, in Taten, in der alltäglichen Sorge, im alltäglichen Mut. In Situationen, die gelingen, und vor allem in den Situationen, die verfahren scheinen. Wie setze ich das Evangelium von Jesus Christus um, wenn es um die Lösung von Konflikten geht? Wie gestalte ich den Alltag in der Gemeinde und ihren Gruppen so, dass immer deutlich bleibt: Was wir tun, tun wir als Christen? Als Menschen, die von der Botschaft von Jesus Christus erfasst sind? Jetzt beginnt die Karwoche, in der wir dem Leidens-weg Jesu nachspüren wie zuvor schon in den Passionsandachten. Wir nähern uns betrachtend dem Prozess des Sterbens dieses Menschen.

Und wissen: Am Ende dieses Prozesses steht Ostern, das Fest der Auferstehung. Das Fest der Versiche-rung: Gott steht zu seinem Wort. Selbst durch den schlimmen Tod hindurch scheint schon die Kraft neuen Lebens. Der Tod tritt hinter das Leben zurück. Das, was uns eben noch bedrückte, wandelt sich in ein neues Zeichen der Freiheit. Ihnen allen ein gesegnetes Osterfest.

Ihr Albrecht Simon

 


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